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Jura-Dissertation mit Latex

 

ABC-Man
Gast

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     Beitrag Verfasst am: 31.01.2019, 11:33     Titel: Jura-Dissertation mit Latex
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Hallo allesamt,

ich habe vor, meine Diss in Jura mit Latex zu schreiben. Jetzt sind vielerlei Packages vorhanden, die aber teilweise nicht aktuell und damit sogar inkompartibel mit den Standardpacketen sind.
Habt Ihr eine Empfehlung, wenn es darum geht, welche man aussuchen sollte. Jurabook für die Gliederung und das Layout sieht gut aus, aber wie sieht es mit dem Literaturverzeichnis aus: dort gibt es jurabib, biblatex-juradiss, biblatex-jura. Ich sehe da gerade vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Gast


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     Beitrag Verfasst am: 31.01.2019, 12:26     Titel:
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jurabook würde ich nicht verwenden. Die Klasse wird seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gepflegt und hat Bugs. Ich würde stattdessen eine KOMA-Script-Klasse oder memoir verwenden. Beide sind ggf. an eigene Wünsche anpassbar.

Falls in der Arbeit Gesetze o. ä. analysiert werden, würde ich mir übrigens mal das Paket scrjura anschauen (und daher dann auch eher eine KOMA-Script-Klasse als memoir verwenden, auch wenn das nicht zwingend ist). Das Paket ist zwar für Verträge entstanden, wurde dann aber vor allem zwecks Kommentierens und Vergleichens von unterschiedlichen Gesetzen aus verschiedenen Ländern, erweitert.

Für das Literaturverzeichnis würde ich auf biblatex (und natürlich auch auf biber statt BibTeX) setzen. Ob ich biblatex-jura verwenden würde, bin ich mir nicht sicher. Das ist wieder so ein Spezialstil, der nicht so einfach abzuwandeln ist, wie man das von den Standard-biblatex-Stilen gewohnt ist. Es wurde auch schon seit zehn Jahren nichts mehr daran getan und die Versionsnummer ist bei 0.1.1 stehen geblieben. Wenn damit alles wie gewünscht funktioniert, OK. Wenn nicht, eher anderweitig umschauen oder erst einmal mit einem Standardstil arbeiten und den dann ggf. gezielt anpassen.

Auf keinen Fall würde ich unkritisch eine Vorlage von jemand anderem übernehmen.

Gast


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     Beitrag Verfasst am: 31.01.2019, 12:37     Titel: Juristische Literaturverzeichnisse
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Schön, dass Du erwägst, Deine Dissertation mit LaTeX zu schreiben. TeX ist sicher auch in Jura keine schlechte Wahl, allerdings ist der Anteil teXender Juristen wohl sehr gering (und umgekehrt ist auch der Anteil an Juristen unter TeX-Nutzern recht gering), das heißt, dass Du nicht ganz so breite Pfade beschreitest und offene Türen einrennst, wie die MINT-Fächler.

Mit der Zeit haben sich aber auch in TeX einige Dinge für Juristen angesammelt. Ich werde nur einen kurzen Abriss über Literaturverzeichnisse geben, bei den anderen Pakeren oder Klassen wie jurabook traue ich mir kein Urteil zu.

Heutzutage werden für Zitate und das Literaturverzeichnis in LaTeX eigentlich immer biblatex und biber empfohlen. Zu BibTeX und anderen Methoden würde ich nur noch bei externen Zwängen (Publikation in einer Fachzeitschrift mit einer eigenen Vorlage; einem fertigen Stil, der vom Institut vorgeschrieben wird; ...) oder wenn klar ist, dass es bereits einen fertigen Stil gibt, der absolut nicht verändert werden muss, raten. biblatex und Biber sind im Allgemeinen leichter anzupassen als BibTeX mit seinen .bst-Stilen und bietet eine Palette an Funktionen, die bei BibTeX so nicht – oder nur mit Mühe – vorhanden sind. Für nicht-englisches Publikum ist da besonders die vernünftige Unterstützung von Unicode zu nennen.

Soweit ich weiß, werden im Grunde alle biblatex-Stile für (deutschsprachige) Juristerei nicht mehr gepflegt. biblatex-jura ist mehr als zehn Jahre alt und produziert einige Fehlermeldungen, die vor allem – aber nicht nur – mit biblatex 3.3 und dem neuen Namensformat zu tun haben. biblatex-juradiss von 2012 baut auf dem inzwischen für 3.3 fit gemachten biblatex-dw auf, ist selbst aber noch nicht an biblatex 3.3 angepasst und produziert daher mit aktuellen System ebenfalls Fehler

Selbst wenn man das Problem mit dem Namensformat umgehen kann, sind die Stile recht alt und nutzen daher veraltete und heute unschöne Methoden. Im schlimmste Fall kann das dazu führen, das Dinge nicht wie gewünscht funktionieren, im besten Fall führt es nur zu Frustration, Heulen und Zähneklappern sowie akuter Unlust beim Anpassen der Stile an die eigenen Wünsche. Meiner Meinung nach ist es daher nicht zielführend, zu versuchen die Dinger wieder zum Fliegen zu bekommen, ich würde für Abreißen und Neubauen plädieren; besonders, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass Deine Anforderungen exakt mit dem übereinstimmt, was diese Stile Dir geben würden.

Im englischsprachigem Raum gibt es (biblatex-)oscola, das erst kürzlich wieder aktualisiert wurde. Geschrieben wird das Paket von einem gerade im Hinblick auf biblatex (aber auch sonst in LaTeX) sehr versierten Juristen. Das hilft Dir aber höchstwahrscheinlich nicht weiter.

jurabib (als vielleicht eine der Inspirationen für biblatex) ist noch älter (von 2004) und wird wohl ebenfalls nicht mehr gepflegt. Es funktioniert im Großen und Ganzen wohl noch, allerdings bist Du da recht allein, wenn Du einen Fehler findest oder wenn bestimmte Anpassungen nicht out of the box möglich sind.

Siehe auch diese kürzlich gestellte Frage oder https://golatex.de/jurabib-paket-t21283.html oder https://golatex.de/verlag-in-jurabib-unterdruecken-t12201.html und einige weitere Forenthemen, die man über die Suche mit dem Stichwort "jurabib" oder "biblatex-juradiss" ausgraben kann.

Ich hoffe ja schon seit einiger Zeit, dass irgendwann mal eine Juristin oder ein Jurist mit Spaß an LaTeX daherkommt und ausgehend von den aktuellen Standardstilen mit modernen Mitteln einen ordentlichen biblatex-Stil für Juristen bastelt und dann auch bereit ist, den Stil zu pflegen. Aber bis jetzt ist es noch nicht dazu gekommen. Hilfe für solch ein Vorhaben ist hier bestimmt zu finden, besonders wenn man sich geschickt anstellt und das Werk auch für andere zur Verfügung stellt.

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