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Dateipfade

Version vom 18:17, 26. Aug. 2010 von KOMA (Diskussion | Beiträge)
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In diesem Beitrag wird erklärt, wie (La)TeX Dateinamen interpretiert und die Suche nach Dateien verläuft.

Inhaltsverzeichnis

Begriffserklärung

  • Unter dem Basisnamen einer Datei wird der reine Name einer Datei innerhalb eines Verzeichnisses ohne irgendwelche Pfadangaben oder Dateiendungen verstanden. Ein Beispiel für einen solchen Basisnamen wäre foo.
  • Unter der Dateiendung wird der Teil des Namens einer Datei nach dem ersten oder letzten Punkt verstanden, der in vielen Fällen die Art der Datei repräsentiert. Ein Beispiel für eine Dateiendung wäre .tex.
  • Unter dem reinen Dateinamen wird eine Kombination aus Basisnamen und Dateiendung verstanden. Ein Beispiel für einen reinen Dateinamen wäre foo.tex.
  • Unter einem relativen Pfad wird die Position eines Verzeichnisses relativ zu einem anderen Verzeichnis angegeben. Pfadangaben sind bei TeX von der Implementierung (siehe unten) abhängig.
  • Unter einem absoluten Pfad wird die Position eines Verzeichnisses relativ zur Wurzel des gesamten Dateisystems verstanden. Pfadangaben sind bei TeX von der Implementierung (siehe unten) abhängig.
  • Unter einem Pfad wird ein relativer Pfad oder ein absoluter Pfad verstanden. Pfadangaben sind bei TeX von der Implementierung (siehe unten) abhängig.
  • Mit dem Begriff Verzeichnispfad wird verdeutlicht, dass das Ziel eines Pfads ein Verzeichnis und nicht etwa eine Datei ist. Genau genommen sind Verzeichnispfad und Pfad synonym.
  • Unter dem Dateipfad wird ein um einen Pfad erweiterter reiner Dateinamen verstanden. Entsprechend gibt es auch einen relativen Dateipfad und einen absoluten Dateipfad.
  • Unter einem Dateinamen kann ein reiner Dateinamen oder auch ein Dateipfad verstanden werden.

TeX-Festlegungen für Dateinamen

TeX selbst macht bezüglich Dateinamen nur eine Festlegung: Ein Dateinamen endet beim ersten Space-Token, also in der Regel beim ersten Leerzeichen oder Zeilenende. Zuvor werden Makros in Dateinamen so weit wie möglich expandiert. Das kann beispielsweise dazu führen, dass Umlaute zerbrechen und stattdessen durch ihre interne Repräsentation ersetzt werden.

Daraus ergeben sich, die von der TeX-Implementierung unabhängigen Regeln:

Regel 1:

Innerhalb von Dateipfaden sind keine Leerzeichen möglich.

Regel 2:

Innerhalb von Dateipfaden kann \ nicht als Verzeichnistrenner verwendet werden.

Regel 3:

Umlaute und andere Sonderzeichen, die in TeX u. U. durch aktive Zeichen realisiert sind, sollten in Dateinamen vermieden werden.

Pfadangaben abhängig von der TeX-Implementierung

Pfade sind innerhalb von TeX selbst nicht spezifiziert und damit von der jeweiligen TeX-Implementierung abhängig. Für alle modernen TeX-Implementierung gilt derzeit:

  • Verzeichnistrennzeichen ist der Schrägstrich von links unten nach rechts oben, Slash: /
  • Das aktuelle Verzeichnis wird von einem einzelnen Punkt repräsentiert: .
  • Das nächst höhere Verzeichnis, auch Elternverzeichnis genannt, wird durch zwei Punkte repräsentiert: .
  • Ein relativer Pfad ist damit ein Pfad, in dem min. einmal "/./" oder "/../" enthalten ist oder der mit "/." oder "/.." endet oder nicht mit "/" beginnt.
  • Ein relativer Pfad, der direkt mit einem Verzeichnisname beginnt, ist relativ zum aktuellen Arbeitsverzeichnis.
  • Aktuelles Arbeitsverzeichnis ist während des Einlesens der Hauptdatei das Verzeichnis, aus dem (La)TeX gestartet wurde. In der Regel ist dies das Verzeichnis der Hauptdatei selbst. Während des Einlesens einer Unterdatei mit \input oder \include ist das aktuelle Arbeitsverzeichnis in der Regel das Verzeichnis der Datei, die gerade eingelesen wird.

Für Unix, Linux, Mac OS X, BSD ergibt sich außerdem:

  • Ein absoluter Pfad beginnt immer mit einem "/" und enthält kein "/./" oder "/../" und endet nicht mit "/." oder "/..".

Für Windows ergibt sich außerdem:

  • Ein absoluter Pfad auf einem Laufwerk mit Laufwerksbuchstaben beginnt mit "X:/" und enthält kein "/./" oder "/../" und endet nicht mit "/." oder "/..". X steht dabei für den Laufwerksbuchstaben des Laufwerks.
  • Ein absoluter Pfad auf einem Netzlaufwerk (oder einem anderen Laufwerk mit Laufwerksnamen statt Laufwerksbuchstabe) beginnt mit "//LAUFWERKSNAME/" und enthält kein "/./" oder "/../" und endet nicht mit "/." oder "/..". LAUFWERKSNAME steht dabei für den Name des Laufwerks, der ggf. auch den Rechnername des Zielrechnern enthält.

Da es von dem verwendeten Dateisystem abhängig, ob die Groß-/Kleinschreibung eine Rolle spielt, gilt außerdem folgende Regel:

Bei früheren TeX-Implementierungen galten u. a. für Verzeichnistrennzeichen auch ganz andere Regeln beispielsweise bei OzTeX für ältere Mac-Systeme.

Regel 4:

Dateinamen sollten immer unter Beachtung der Groß-/Kleinschreibung angegeben werden. Lautet der Name einer Datei also foo.tex, so sollte sie immer mit \input{foo.tex} und nicht mit \input{FOO.TEX} geladen werden!

Beispiele für Pfadangaben

  • ./Kapitel1/Hauptdatei.tex - Die Datei "Hauptdatei.tex" im Unterverzeichnis "Kapitel1" des aktuellen Arbeitsverzeichnisses.
  • ../Kapitel1/Hauptdatei.tex - Die Datei "Hauptdatei.tex" im Unterverzeichnis "Kapitel1" des Elternverzeichnisses des aktuellen Arbeitsverzeichnisses.
  • Kapitel1/Hauptdatei.tex - Die Datei "Hauptdatei.tex" im Unterverzeichnis "Kapitel1" des aktuellen Arbeitsverzeichnisses.
  • Kapitel1/../Hauptdatei.tex - Die Datei "Hauptdatei.tex" im aktuellen Arbeitsverzeichnis,
  • C:/texmf/tex/latex/graphics/graphics.cfg - Die Datei "graphics.cfg" im absoluten Pfad "C:\texmf\tex\latex\graphics" unter Windows.

Abweichung von obigen Regeln

Bei PDFTeX gibt es die Möglichkeit, bei einigen Befehlen Regel 1 aufzuheben. Das Paket grffile setzt dies um. Aus Gründen der Kompatibilität mit anderen TeX-Versionen wird jedoch empfohlen, dennoch auf Leerzeichen in Dateinamen zu verzichten.

Einige TeX-Implementierungen heben Regel 1 für den Fall auf, dass der Dateinamen in Anführungszeichen " gesetzt ist. Aus Gründen der Kompatibilität zu anderen TeX-Implementierungen sollte man dieses Möglichkeit jedoch besser nicht nutzen.




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