LaTeX-Editoren

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Was ist ein LaTeX-Editor

Da LaTeX-Dateien einfache Textdateien sind, in denen Formatierungsanweisungen im Klartext enthalten sind, ist grundsätzlich jeder Texteditor zur Bearbeitung von LaTeX-Quelltexten geeignet. Mit Entstehung der TeX-Engines XeTeX und LuaTeX, spätestens aber seit mit LaTeX 2018-04-01 UTF-8 die voreingestellt Eingabecodierung auch für PDFLaTex ist, sollte ein LaTeX-Editor die UTF-8-Eingabe unterstützen. Da in freier Wildbahn noch recht viele Dateien in anderen 8-Bit-Codierungen wie ISO-Latin-1 (aka ISO-8859-1) zu finden sind, ist es von Vorteil, wenn der Editor auch mit anderen Codierungen als UTF-8 umgehen und diese idealerweise selbst erkennen kann. Eine Umwandlungsmöglichkeit nach UTF-8 ist ebenfalls nützlich.

Ein echter LaTeX-Editor bietet darüber hinaus Unterstützung bei der Eingabe von Befehlen und Umgebungen. Er kann Formatierungsanweisungen optisch hervorheben (ähnlich der <source lang="latex">…</source>-Elemente in diesem Wiki).

Darüber hinaus bietet er Aufrufmöglichkeiten für PDFLaTeX, XeLaTeX, LuaLaTeX, BibTeX oder Biber, MakeIndex oder Xindy und auch idealer Weise auch für komplexere Build-Tools wie latexmk oder arara.

Zwingend sind diese Komfortfeatures allerdings nicht, da man ggf. alle Aufrufe auch von der Konsole, Eingabeaufforderung, PowerShell o. ä. tätigen kann.

Welche freien LaTeX-Editoren gibt es

Hinweis: Neben den hier kurz erwähnten freien LaTeX-Editoren gibt es auch kommerzielle LaTeX-Editoren und LaTeX-basierte Textverarbeitungen. In der folgenden Liste sind die wichtigsten Betriebssysteme, für die ein Editor verfügbar ist, jeweils mit ihren üblichen Kürzeln in Klammern angegeben.

emacs+AUCTeX (BSD, Linux, OSX, Windows)
Beinhaltes mit preview-latex eine WISYWYG Ansicht von Dokumentteilen bereits im Editor.
kile (BSD mit KDE, Linux mit KDE, OSX mit KDE, Windows mit KDE)
Wird in der Regel fast nur von einigen Linux-Anwender verwendet, da die Installation und Integration unter anderen Systemen teilweise weniger gelungen ist.
LEd (Windows)
Wird offenbar nicht mehr gepflegt. Letzte Version von 2009-10-09.
LyX (Linux/Unix, OSX, Windows)
Kein normaler Editor, sondern ein Document Processor. LyX gibt sich größte Mühe, LaTeX vor dem Anwender zu verbergen. Er ist aber gleichzeitig auch kein echter WYSIWYG-Editor, sondern zeigt bei der Eingabe, die der einer Textverarbeitung ähnelt, nur eine semantisch ähnliche Darstellung. Die größte Stärke, nämlich dass man LyX auch ohne vorherige Einarbeitung in LaTeX verwenden kann, ist auch die größte Schwäche. Bei Problemen und Sonderwünschen, muss man zusätzlich zur Bedienung von LyX doch wieder LaTeX können und hat dann teilweise auch noch erhebliche Probleme das enge Korsett von LyX zu durchbrechen.
TeXlipse (Java)
Plugin für die Plattform unabhängige Entwicklungsumgebung Eclipse.
Texmaker (Linux, OSX, Windows)
Unter Windows einer der ersten LaTeX-Editoren mit UTF-8-Unterstützung.
TeXnicCenter (Windows)
Zeitweilig einer der beliebtesten LaTeX-Editoren unter Windows. Leider häufen sich aber inzwischen die Probleme mit diesem Editor. Es hat den Eindruck, dass die Entwicklung eingestellt ist. Die letzte Version ist 2.02 von 2013-09-28.
TeXShop (OSX)
Vermutlich der am weitesten verbreitete LaTeX-Editor unter OSX. Diente als Vorbild für Texmaker. Wird bei MacTeX mitgeliefert.
TeXstudio (Linux, OSX, Windows)
Vormals TeXmakerX, Abspaltung von Texmaker mit teilweise deutlich mehr Möglichkeiten.
Visual Studio Code + LaTeX-Workshop (Windows, Linux, OSX)
Der Editor selbst ist ein von Microsoft auf github frei vorangetriebener Quelltexteditor. Mit LaTeX-Workshop wird darauf eine überaus leistungsfähige Entwicklungsumgebung für LaTeX-Dokumente. Weitere LaTeX-Erweiterungen für Visual Studio Code sind verfügbar.