Schriftart für A5-Buchdruck, Latin Roman in KOMA

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Claude

Schriftart für A5-Buchdruck, Latin Roman in KOMA

Beitrag von Claude »

Hallo,

im Rahmen der Veröffentlichung meiner Dissertation in einem Verlag habe ich Vorgaben zur Manuskripterstellung erhalten. Zur Schriftart heißt es dort:
Aus der Praxis wissen wir, dass vor allem romanische Schriftarten (z.B. Times oder Palatino) ein sehr gutes und angenehmes Lesebild ergeben. Schriften, deren Typen besonders feine Linien aufweisen, sollten nicht verwendet werden (z.B. Garamond-Typen).
Dazu ist anzumerken, dass sich dies auf eine Vorlage in A4 mit >14pt Schriftgröße bezieht, die dann mit 70% Skalierung auf A5 gedruckt würde. Ich gebe allerdings direkt eine A5 Vorlage mit Schriftgröße 10pt ab.

Ich verwende die CM oder LM Schriftfamilie. Diese haben ja in der Tat recht feine Linien. Ich kenne Garamond nicht genau, aber nach einem ersten Googeln scheint mir CM/LM noch feiner als Garamond zu sein - stimmt das? Eigentlich finde ich CM/LM viel angenehmer zu lesen (größerer Durchschuss etc.) als Times, die ja unnötig eng steht. Ich bin allerdings jetzt etwas verunsichert und frage mich, ob nachher ein Buch in A5/LM/10pt schlecht lesbar wäre... Bevor ich den Verlag noch einmal frage, wollte ich hier Eure Meinung einholen - hat jemand damit Erfahrung?

Ich benutze KOMA mit:

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\documentclass[a5paper,fontsize=10pt,listof=flat,pdftex,headings=small,paper=A5,pagesize=pdftex,DIV=calc]{scrbook}
\usepackage[OT2,T1]{fontenc}% OT2 brauche ich für Kyrillisch
\usepackage{lmodern}

Apropos KOMA. Ich hatte aus Interesse den Quelltext zu scrguide angesehen. Laut Acrobat ist scrguide in Latin Roman gesetzt (weitgehend), aber im Code finde ich nirgends eine lmodern-Anweisung - habe ich Tomaten auf den Augen?

Danke,

Claude

phi
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Re: Schriftart für A5-Buchdruck, Latin Roman in KOMA

Beitrag von phi »

Claude hat geschrieben:Apropos KOMA. Ich hatte aus Interesse den Quelltext zu scrguide angesehen. Laut Acrobat ist scrguide in Latin Roman gesetzt (weitgehend), aber im Code finde ich nirgends eine lmodern-Anweisung - habe ich Tomaten auf den Augen?
scrguide.cls, Zeile 150.

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Beitrag von KOMA »

Bei der optischen Verkleinerung werden nicht nur alle Fonts, kleiner, sondern natürlich auch alle Linien entsprechend dünner. Sehr dünne Linien können bei schlechter Verkleinerungsoptik dabei leicht ausfransen oder verloren gehen. Damit ist klar, dass LM für dieses Vorgehen nicht gut geeignet wäre. Liefert man jedoch bereits ein Ergebnis in der gewünschten Größe, wird also nicht nachträglich verkleinert, dann spricht gegen normal dünne Linien nur noch schlechte Druckqualität. Wie der Verlag es damit hält und ob daher LM geeignet ist oder nicht, entzieht sich mir.

Das KOMA-Script-Buch verwendet übrigens im Gegensatz zur Bildschirmversion der Anleitung Charter als Brotschrift.

Claude

Beitrag von Claude »

OK, Danke für die Vermutung über die Ursache deren Empfehlung gegen Garamond & Co., das macht Sinn.
Das KOMA-Script-Buch verwendet übrigens im Gegensatz zur Bildschirmversion der Anleitung Charter als Brotschrift.
Ich hatte irgendwo schon gelesen, dass Du meintest, scrguide würde Charter verwenden und mich gewundert, weil mir Acrobat wie gesagt für markierten Text immer LM als Font nannte... in der Gesamtübersicht steht dann aber auch Charter...
scrguide.cls, Zeile 150.
Danke, muss ich übersehen haben. Hatte ein KOMA-Paket heruntergeladen und komplett nach lmodern durchsucht, aber nix gefunden :? Jetzt hab ichs gesehen.

Claude

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