Wie kann man URLs mit Sonderzeichen auf goLaTeX angeben?

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ich meine ja nur

Wie kann man URLs mit Sonderzeichen auf goLaTeX angeben?

Beitrag von ich meine ja nur »

Anscheinend verkraftet die Forensoftware Links mit Sonderzeichen nicht. Weder funktioniert die nach RFC vorgesehene Codierung: [url=http://www.r%C3%B6%C3%9Fner.de]wie hier[/url], noch ist es möglich, URLs direkt mit Sonderzeichen anzugeben: [url=http://www.rößner.de]wie hier[/url], was eigentlich alle modernen Browser inzwischen verkraften. Falls es eine andere Möglichkeit gibt, bitte mitteilen. Falls es sich um ein Fehler der Forensoftware bzw. der Einstellungen handelt, bitte korrigieren.

Danke.

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Stefan Kottwitz
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Re: Wie kann man URLs mit Sonderzeichen auf goLaTeX angeben?

Beitrag von Stefan Kottwitz »

Hallo,

nicht alle RFCs werden Standards (manche sind experimentell), und wenn sie zu einem der Standards benannt werden, dann werden sie vllt. nicht von jeder Software zeitnah unterstützt. Ich sehe einige hierauf bezogene Themen im Issue Tracker der Forumsoftware, aber noch keine konkrete Lösung.

Wenn ein Link mit Sonderzeichen nicht unterstützt wird, kann man den einfach so reinschreiben. Dann ist es kein Ein-Klick-Link, kann aber verstanden und per copy&paste in einem Browser-Tab geöffnet werden.

Darüber hinaus wird der Punycode-Standard (RFC 3492) unterstützt. Beispiel: www.rößner.de. Das ist nicht so naheliegend, daher vorerst Domains mit Umlauten vllt. als Plain Text angeben.

Übrigens funktioniert in meinem Browser (aktueller Chrome auf Mac) http://xn--rner-vna1l.de/Impressum.html als Punicode, jedoch der Link auf der Seite selbst, http://www.rößner.de/Impressum.html , schickt mich auf die Webseite roessner.de, die einer Kanzlei zu Bank- und Kapitalmarktrecht gehört.

Stefan

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KOMA
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Re: Wie kann man URLs mit Sonderzeichen auf goLaTeX angeben?

Beitrag von KOMA »

ich meine ja nur hat geschrieben:
Do 20. Okt 2022, 08:52
was eigentlich alle modernen Browser inzwischen verkraften
Uhhh, mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Bei mir hier kann eigentlich nur Firefox und Derivate davon Domains mit Umlauten selbst in Punycode umwandeln und öffnen. Alle anderen Browser, die ich getestet habe, wandeln allenfalls ö in oe und ß in ss.

Und da der Prozentcode letztlich nur eine alternative Übermittlungsform für Sonderzeichen über ASCII-Wege ist, setzen folgerichtig diverse Browser Prozentcode im Domain-Teil von URLs ebenfalls nicht in der gewünschten Form um. Das funktioniert zuverlässig in der Tat nur mit Punycode.
Stefan Kottwitz hat geschrieben:
Do 20. Okt 2022, 15:46
nicht alle RFCs werden Standards (manche sind experimentell)
Jaaaaa, aber. RFC 3987 für Internationalized Resource Identifiers (IRIs) in der Fassung von 2005 ist ein Proposed Standard . Das ist schon ziemlich weit im Standardisierungsprozess und in der Tat für den Pfad-Teil einer URL inzwischen Standard. Beim Domain-Teil kann man sich streiten, ob nicht Punycode zu bevorzugen ist – u. a. wegen Tricksereien mit Domains. Der RFC (war damals AFAIR eine 2000er-Nummer) für HTTP 1.1 war übrigens auch AFAIR fast zwei Jahrzehnte Proposed Standard, und trotzdem unverzichtbarer de-facto-Standard. Dann wurde er nochmal überarbeitet, um ein paar Klarstellungen einzuarbeiten, wobei er AFAIK auch in mehrere RFCs aufgeteilt wurde.

Aber, wie gesagt: Prozentcode ist AFAIK im Domain-Part noch extrem unüblich. Dagegen ist er im Pfad-Teil nicht ungewöhnlich. Wir kennen das alle beispielsweise von Argumenten für Suchanfragen: wie https://golatex.de/search.php?keywords=m%C3%BCssen. Und da funktioniert es auf goLaTeX auch. Aufgrund der Problematik mit leichter Domainverfälschbarkeit bei Prozentcode bzw. direkter Umsetzung von UTF8, halte ich das Vorgehen von goLaTeX deshalb für keinen Fehler, sondern im Gegenteil für korrekt. Link-Spam gibt es ja leider immer wieder. Und ich will da nicht auf eine Domain geleitet werden, die womöglich wie eine mir bekannte aussieht, es aber wegen Unicode-Tricks im Namen gar nicht ist.

Und aus dem Grund kann ich übrigens Stefan auch insofern zustimmen, als die Links auf www.rößner.de selbst sehr ungeschickt gemacht sind. Dort hätte man unbedingt Punycode verwenden sollen. So funktioniert das – wenn man aktuellen Browser-Statistiken glauben darf – bei den meisten Besuchern nicht.

Und ansonsten: Das Problem mit internationalen Domains ist komplex. Wie hoch die Priorität dafür hier sein muss, kann man vielleicht abschätzen, wenn man sieht, wie selten es auf goLaTeX deshalb ein Problem gibt. Andere Dinge sehe ich da wesentlich wichtiger (beispielsweise das ärgerliche Problem mit b als optionalem Argument von tabular, \parbox, minipage etc., das aber offenbar ebenfalls nicht einfach zu lösen ist). Und ein Administrator hat normalerweise schon genug zu tun, ohne dass er selbst an der Forensoftware Hand anlegt.

ich meine ja nur

Re: Wie kann man URLs mit Sonderzeichen auf goLaTeX angeben?

Beitrag von ich meine ja nur »

KOMA hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 10:12
Uhhh, mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig.
Mich hat man hier kürzlich ermahnt, nicht gleich den Larry raushängen zu lassen, wenn ich einmal etwas besser weiß. Es wäre natürlich schön, wenn dieser Maßstab bei allen gleich wäre …
KOMA hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 10:12
Bei mir hier kann eigentlich nur Firefox und Derivate davon Domains mit Umlauten selbst in Punycode umwandeln und öffnen. Alle anderen Browser, die ich getestet habe, wandeln allenfalls ö in oe und ß in ss.
Dann habe ich wohl andere Browser getestet oder nur solche, die Derivate von Firefox sind. Was bin ich doch für ein übler Bursche.
KOMA hat geschrieben:
Fr 21. Okt 2022, 10:12
Und aus dem Grund kann ich übrigens Stefan auch insofern zustimmen, als die Links auf www.rößner.de selbst sehr ungeschickt gemacht sind.
Vielleicht verwendet der Herr Rößner ja auch nur so seltsame Browser wie ich.

Ich habe jetzt auch nicht verstanden, was schlimm daran sein soll den Prozentcode nach RFC 3987 auch für Domains umzusetzen. Aber wir müssen das auch nicht unbedingt vertiefen, zumal du wohl der Meinung bist, dass das unter der Würde eines Administrators ist.

@Stefan: Danke für die Erklärung, wie es funktioniert.

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