Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Erstellung eines Literaturverzeichnisses mit BibTeX, Biber, BibLaTeX und Co.


Gasttt

Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von Gasttt »

Hallo zusammen,
ich brauche unbedingt eure Hilfe bei der Erstellung eines Literaturverzeichnisses.
Obwohl bei mir alles auf deutsch eingestellt ist, ist mein Literaturverzeichnis auf Englisch eingestellt. Beispielsweise steht statt "und" das englische Word "and" : Simon, H. and Faßnacht, M. (2009). Preismanagement, 3., vollst. überarb. und erw. aufl. edn, Gabler, Wiebaden
(Hier sollte das englische Wort edn (Edition) auch ausgeblendet sein)

Ebenso steht dann auch in den Zitaten innerhalb des Textes z.B. "vgl. Simon and Faßnacht (2009)".
Ich habe den ganzen Tag im Internet dazu nach Lösungen gesucht, aber nichts hat geholfen...
Ich brauche den Bibliographystyle DCU bzw. etwas ähnliches.

Hier ist ein Minimalbeispiel:

\documentclass[a4paper,10pt]{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{amsmath}

\bibliographystyle{dcu}
\usepackage{natbib}
\usepackage{bibgerm}

\title{Testdokument}

\begin{document}
\maketitle
\tableofcontents

\section{Einleitung}
Hallo ich bin Gast.

\subsection{Formeln}
Hier kommt ein Zitat: \cite{Simon.2009}

\newpage
\bibliography{BIBTEX}

\end{document}

******************Meine BIBTEX.bib Datei********************

@book{Simon.2009,
author = {Simon, Hermann and Fa{\ss}nacht, Martin},
year = {2009},
title = {Preismanagement},
address = {Wiesbaden},
edition = {3., vollst. {\"u}berarb. und erw. Aufl.},
publisher = {Gabler},
}

Ich freue mich auf eine schnelle Antwort und hoffe, dass mein Problem bald gelöst werden kann.

MFG
Gasttt


Gast

Beitrag von Gast »

Darfst du biblatex und biber verwenden?


Gasttt

Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von Gasttt »

Ich bin leider nur mit Bibtex vertraut...
Damals war meine Bachelorarbeit auf englisch, deshalb hatte ich so ein Problem nicht.


nixversteh
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Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von nixversteh »

... moin,
Du solltest dich mit biblatex befassen, es gibt sehr viele Styles, bestimmt ist einer für Dich dabei.
teste mal:

Code: Alles auswählen

\documentclass[a4paper,10pt]{scrartcl}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{amsmath}
\usepackage{csquotes}% Recommended

\usepackage[style=authoryear-ibid,
	    backend=biber,
	    hyperref=true,
	    maxcitenames=6,
	    sorting=debug,
	    natbib=true,
	    language=ngerman,
	    ]{biblatex}
\addbibresource{Fachliteratur.bib}
\title{Testdokument}
\begin{document}
\maketitle
\tableofcontents
\section{Einleitung}
Hallo ich bin Gast.
\subsection{Formeln}
Hier kommt ein Zitat: \cite{Simon.2009}
\printbibliography[heading=bibintoc]
\end{document}

bibdatei:
Bezeichnung: Fachliteratur

Code: Alles auswählen

@book{Simon.2009,
author = {Simon, Hermann and Fa{\ss}nacht, Martin},
year = {2009},
title = {Preismanagement},
address = {Wiesbaden},
edition = {3., vollst. {\"u}berarb. und erw. Aufl.},
publisher = {Gabler},
}
Der aus Büchern erworbene Reichtum fremder Erfahrung heißt Gelehrsamkeit. Eigene Erfahrung ist Weisheit. Das kleinste Kapital von dieser ist mehr wert, als Millionen von jener.
(Gotthold Ephraim Lessing)

gast

Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von gast »

Ich empfehle, bei Verwendung von biblatex und biber auch die Literaturdatenbank in utf8 zu codieren. Bei der Umschreibung mit {\"u} funktioniert nämlich das Kerning (und ggf. auch die Trennung) nicht mehr.


nixversteh
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Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von nixversteh »

@Gast,
sorry, war nicht aufmerksam genug ...

Der aus Büchern erworbene Reichtum fremder Erfahrung heißt Gelehrsamkeit. Eigene Erfahrung ist Weisheit. Das kleinste Kapital von dieser ist mehr wert, als Millionen von jener.
(Gotthold Ephraim Lessing)

Gasttt

Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von Gasttt »

Hi und danke für die Hilfe.
Ich habe den Code genauso übernommen uns ausgeführt. Befehl wird ausgeführt. In der Ausgabe wird mir jedoch gar kein Literaturverzeichnis erstellt :(
Habe auch schon mehrmals kompiliert. Muss ich etwas beim ausführen beachten?

Folgende Warnmeldungen sollte ich vllt beachten, aber ich weiß nicht was sie bedeuten:
Pleas (re)run Biber on the file: (biblatex) Test(biblatex) and return LaTex afterwards
Empty bibliography
Citation `Simon.2009`on page 1 undefined


gast

Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von gast »

Du musst biber aufrufen. Wie das aus dem Editor geht, hängt vom Editor ab und wird u. a. auf der in den wichtigen Hinweisen ebenfalls verlinkten Seite erklärt.


MoeWe
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Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von MoeWe »

Bei den meisten BibTeX-Stilen ist die Ausgabesprache direkt in den Stil hardcodiert und kann nur durch Anpassung der .bst-Datei geändert werden. Es gibt ein paar wenige Ausnahmen, die durch die Nutzung konfigurierbarer Makros mehrsprachig sind (apacite fällt mit ein und natürlich babelbib), aber das Gros (insbesondere) der bekannten Stile ist monolingual (zumeist englisch). dcu und alle weiteren Stile des harvard-Pakets sind dem Grunde nach auch monolingual, können aber zumindest den Trenner zwischen zwei Autoren mit dem Makro \harvardand anpassen. Alle anderen Dinge ("ed."/"eds." für Herausgeber, "ed."/"edn." für die Auflage) sind aber fest im Stil codiert.

Wenn Du weiter BibTeX nutzen möchtest, musst Du also entweder einen deutschen oder multilingualen Stil finden, von denen es nicht so viele gibt, oder Du musst (eine Kopie von!) dcu ins Deutsche übersetzen. Die Sprache, in der .bst-Dateien geschrieben ist, ist für die meisten wohl etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings ist es mit einfacher Mustererkennung gar nicht so aufwendig, den Stil zu übersetzen. Man nimmt dcu.bst, kopiert die Datei, benennt sie in sagen wir dcu-de.bst um. Dann fügt man einen kurzen Kommentar mit Datum, Name und Art der Änderung im Dateikopf ein und geht schließlich durch die Datei und übersetzt die relevanten Strings. Das ist bei dcu etwas mühsam, da man sich die Strings einzeln zusammensuchen muss. Bei ein paar anderen Stilen ist das etwas einfacher (dort sind die Strings in Funktionen mit dem Namen bbl.<stringname> gespeichert). Das erfordert etwas Mühe und ein klein bisschen Geschick, ist aber sicher kein Hexenwerk.

Dennoch wirst Du heutzutage (gerade auch in deutschsprachigen Foren) eher den Tipp bekommen, Dir biblatex anzusehen, wenn Du nicht durch externe Zwänge auf BibTeX festgelegt bist. Der Vorteil von biblatex ist, dass alle (Standard)Stile von sich aus automatisch multilingual sind und insbesondere auch Deutsch können. Ferner bietet biblatex mit Biber echte Unicode-Unterstützung, was auch bei nicht-englischen Texten für die richtige Sortierreihenfolge sorgt. Außerdem sind biblatex-Stile durch LaTeX-Code direkt aus der Dokumententenpräambel anpassbar, was sie im Allgemeinen etwas leichter zu konfigurieren macht. Das ganze Konzept von biblatex macht einige Dinge wesentlich leichter als in BibTeX.

Bei biblatex wird statt der Verwendung von BibTeX das Programm Biber empfohlen. Meist muss man seinem Editor dann erklären, dass Biber statt BibTeX aufzurufen ist. (Hilfe dazu gibt es z.B. bei https://tex.stackexchange.com/q/154751/35864.)

Einen Einstieg hat nixversteh Dir ja schon geliefert. Dazu nur ein paar Kommentare.

  • Wie gast schon erwähnt hat, kann man (und sollte man, zumindest meiner Meinung nach) bei der Nutzung von biblatex in der .bib-Datei einfach mit Unicode (UTF-8) statt Makro-Umschreibungen wie \ss arbeiten.
  • Die Option hyperref=true, allein tut nicht das, was die meisten wohl denken. Tatsächlich unterscheidet sich hyperref=true, von der Voreinstellung hyperref=auto, nur dadurch, dass erstere eine Warnung ausgibt, wenn das Paket hyperref nicht geladen ist. Links gibt es in beiden Fällen dann und nur dann, wenn Du auch \usepackage{hyperref} lädst (was hier nicht der Fall ist). Aus dem Grund rate ich dazu, die Option hyperref=true, nicht zu nutzen. Sie verwirrt nur. Die Voreinstellung hyperref=auto, ist in fast allen Fällen genauso gut.
  • Mit der Option sorting=debug, stellst Du eine sehr eigenartige Sortierung ein, die nur auf den entry keys aus Deiner .bib-Datei basiert und nicht auf den eigentlichen Daten der Einträge. sorting=debug, ist wirklich nur für Diagnosezwecke sinnvoll und sollte niemals ernsthaft verwendet werden. Meist wählt style=<Stil>, schon eine sinnvolle Sortierung aus (bei style=authoryear, bekommst Du sorting=nyt, was nach Name, Jahr und Title sortiert), sodass man sorting nicht mehr explizit braucht. Fazit: sorting=debug, sollte weg.
  • Die natbib-Kompatibilitäts-Option natbib=true, würde ich nur nutzen, wenn ich ein schon vorhandenes und mit natbib geschriebenes Dokument auf biblatex umstelle, oder, wenn ich mich so sehr an \citep und \citet gewöhnt habe, dass ich partout nicht die biblatex-Befehle \textcite und \parencite nutzen kann. Die Option macht mehr als nur \citet und \citep definieren, siehe https://tex.stackexchange.com/q/149313/35864, daher würde ich natbib=true, nur nutzen, wenn es unbedingt sein muss.
  • Die Option language=ngerman, allein (ohne passende autolang-Einstellung) tut in den seltensten Fällen, was man vielleicht dem Namen nach erwarten würde. In den Fällen wie diesen ist die Option überflüssig, wenn nicht gar schädlich, da biblatex die Dokumentensprache automatisch erkennt und sich ihr anpasst. Auch hier würde ich sagen vermeide die language-Option, außer Du weißt dass und warum Du sie brauchst.

Etwas kompakter also

Code: Alles auswählen

\documentclass[ngerman]{article}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{babel}
\usepackage{csquotes}

\usepackage[style=authoryear, backend=biber]{biblatex}

\addbibresource{biblatex-examples.bib}

\begin{document}
Lorem \autocite[380]{sigfridsson}
ipsum \autocite[vgl.]{nussbaum}
dolor \autocite[vgl.][12]{geer}
amet \autocite{worman}

\printbibliography
\end{document}

nixversteh
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Re: Literaturverzeichnis ist auf Englisch

Beitrag von nixversteh »

Danke für die Korrekturen, ich werde sie in meinen künftigen Dokumenten einsetzen.

Der aus Büchern erworbene Reichtum fremder Erfahrung heißt Gelehrsamkeit. Eigene Erfahrung ist Weisheit. Das kleinste Kapital von dieser ist mehr wert, als Millionen von jener.
(Gotthold Ephraim Lessing)

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