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Legitim: 1.Einleitung 1.1 Motivation 1.2 ... ohne Text?

 

Moritz_F
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Beiträge: 7
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     Beitrag Verfasst am: 07.01.2019, 15:39     Titel: Legitim: 1.Einleitung 1.1 Motivation 1.2 ... ohne Text?
  Antworten mit Zitat      
Hallo zusammen,

mein erster Betreuer meiner Abschlussarbeit erzählte mir einst, folgender Aufbau einer Arbeit sei kein guter Stil:

1.Einleitung
1.1 Motivation
Bla Bla Bla
1.2 Zielsetzung
1.2.1 Neue Zielsetzung
BlaBlaBla

Stattdessen müsste man nach jeder Überschrift einen Text zu finden haben:

1.Einleitung
Bla Bla Bla
1.1 Motivation
Bla Bla Bla
1.2 Zielsetzung
Bla Bla Bla
1.2.1 Neue Zielsetzung
Bla Bla Bla


Gibt es hier eine Art "Normung" bzw. Empfehlung wie es korrekt sein sollte oder seid Ihr auch der Meinung, es ist geschmacksache?

Danke für Eure Meinungen
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Verschoben: 07.01.2019, 15:50 Uhr von Johannes_B
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Gast


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     Beitrag Verfasst am: 07.01.2019, 17:52     Titel:
  Antworten mit Zitat      
Bei "Normen" muss ich gleich an DIN und ISO denken und ich weiß nicht, ob ich von denen unbedingt Tipps zur (typographischen) Gestaltung von (wissenschaftlichen) Arbeiten annehmen möchte (DIN 1505-2: Leerzeichen vor dem Semikolon?). Bekannt war sie mir nicht, aber es scheint DIN 1421 (Gliederung und Benummerung in Texten; Abschnitte, Absätze, Aufzählungen) zu geben, ferner noch DIN 1422 (Veröffentlichungen aus Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Verwaltung; Gestaltung von Manuskripten und Typoskripten) beide von 1983. Ob da was zu dem Thema drinsteht, weiß ich nicht, da der Beuth-Verlag da horrende Summen für sehen möchte.

Bei ein bisschen Googeln zu dem Thema findet man sowohl eine Gruppe von Menschen, die sagt, es gehöre immer Text zwischen zwei Überschriften als auch den ein oder anderen, der sagt, zwischen bestimmte Überschriftebenen gehöre kein Text.

https://www.raumplanung.tu-darmstad.....nschaftlichenarbeiten.pdf §3.2 hat Folgendes geschrieben:
Unter jedem Oberthema müssen mindestens zwei Unterthemen aufgenommen werden, ansonsten sind weitere Untergliederungen des Oberthemas unnötig und müssen weggelassen werden. In der Arbeit steht nach jeder Überschrift ein Text, zwei Überschriften stehen nicht unerläutert untereinander.

https://doktorandenforum.de/board/viewtopic.php?t=3930 hat Folgendes geschrieben:
Ein akademisch bewanderter Freund meint (für mich auch sinnvoll), dass zwischen 1. und 1.1 kein Text stehen darf.
Meine Dozentin meint gerade, dass dies sogar zwingend notwendig sei, um die folgenden Unterpunkte überhaupt einzuführen bzw. zu erläutern ("roter Faden").

https://www.prismnet.com/~hcexres/textbook/headings.html hat Folgendes geschrieben:
Avoid "stacked" headings—any two consecutive headings without intervening text.

https://thesis.extension.harvard.edu/headings-and-subheadings hat Folgendes geschrieben:
In general, consecutive headings shouldn’t appear without text between them.


Aber es gibt natürlich noch viel mehr: https://www.uniturm.de/forum/studen.....eberschrift-und-abschnitt oder https://writing.stackexchange.com/q/2250 https://academia.stackexchange.com/q/72124

Bei den präskriptiven Quellen scheint es keine zu geben, die Text zwischen bestimmten Überschriften verbietet. Wenn eine Aussage gemacht wird, dann, dass es zu vermeiden ist, zwei Überschriften ohne Text aufeinander folgen zu lassen. Ich habe aber keine Ahnung wie das Verhältnis von "keine Aussage" zu "es muss Text zwischen Überschriften sein" ist.

Möglicherweise haben die einschlägigen Werke zum Thema "wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?" da auch eine Meinung zu. Eventuell auch Style-Guides wie APA etc. (OK, APA zumindest scheint es nicht für so schlimm zu halten, keinen Text zwischen Gliederungspunkten zu haben: https://blog.apastyle.org/apastyle/.....n-an-apa-style-paper.html) Es sind auch die Konventionen Deines Feldes zu beachten (Juristen zum Beispiel haben einen Hang zu recht vielen Gliederungspunkten, ob da immer Text zwischen ist, weiß ich nicht, aber in den Naturwissenschaften wird man den juristischen Gliederungsstil eher selten antreffen).

Ansonsten ist es wahrscheinlich am besten, wenn Du Dich den Wünschen Deiner Betreuer fügst (und sie fragst, wenn Du die Wünsche nicht kennst): Zum großen Teil ist das eine Frage des Geschmacks und es ist auch eine Frage des Geschmacks, wie viel Aufhebens man als Korrektorin um die Sache macht, sollten die eigenen Vorstellungen nicht getroffen sein.

Ich persönlich würde schon probieren, einen kurzen einleitenden Text zu schreiben, der einen kleinen Überblick über den kommenden Abschnitt bietet (das fand meine Betreuerin immer recht wichtig), und damit verhindert man dann auch, dass zwei Überschriften direkt aufeinander folgen. Wenn sich das absolut nicht anbietet, würde ich es aber nicht auf Biegen und Brechen probieren.

Zu weit sollte man es aber bei LaTeX mit den Überschriften ohne Text nicht treiben. Sonst passiert das hier
Code • Öffne in Overleaf
\documentclass[ngerman]{article}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{babel}

\begin{document}
\section{A}\subsection{Aa}
\section{B}\subsection{Ba}\subsection{Bb}
\section{C}\section{D}
\section{E}\section{F}\section{G}\section{H}
\section{I}\section{J}\section{K}\section{L}
\section{M}\section{N}\section{O}\section{P}
\section{Q}\section{R}\section{S}\section{T}
\section{U}\section{V}\section{W}\section{X}
\section{Y}\section{Z}
\end{document}

Gast


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     Beitrag Verfasst am: 08.01.2019, 08:19     Titel:
  Antworten mit Zitat      
In der Tat halte ich es für geboten, erst einmal in einen Abschnitt einzuführen, bevor man ihn weiter unterteilt. Tut man das nicht, wirkt es gerne auch so, als wäre die Gliederungsebene, auf der man nichts schreibt, überflüssig. In den Autorenvorgaben eines der Verlage, für die ich vor Jahren gearbeitet habe, stand das auch explizit als Anforderung drin. Eine solche Einführung kann auch als eine Art Ausblick die Motivation für die weitere Untergliederung enthalten.

Natürlich kann es begründete Ausnahmen von der Regel geben. Die Ausnahme zur Regel zu erklären halte ich allerdings für eher fragwürdig.

BTW: Nicht jeder Akademiker ist auch ein guter Autor. Und natürlich trifft man auch unter in ihrem Fachbereich ausgesprochen fähigen Akademikern immer wieder welche, die weder stilistisch noch typografisch sonderlich bewandert sind. Nicht jeder kann alles können.

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