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OSCOLA

 

framework2k10
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     Beitrag Verfasst am: 09.12.2018, 06:58     Titel: OSCOLA
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Hallo!

Ich habe es jetzt geschafft Biblatex, biber und den style oscola in meinen code einzubinden. Die verschiedenen LitVz am Ende laufen noch nicht, aber das krieg ich schon noch hin.

Meine aktuelle Frage. Wie kann ich denn jetzt - minimalinvasiv - den style anpassen. Ich würde zum Beispiel gerne ein Feld in den Zitaten im Text lieber nicht haben, aber doch am Ende im LitVz. Und dann hätte ich gerne noch ein Feld, dass ich bis jetzt gar nicht geschafft habe reinzukriegen auch nur im LitVZ. Jemand eine Ahnung?

Danke!
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     Beitrag Verfasst am: 09.12.2018, 09:40     Titel:
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Es ist nicht so einfach eine allgemeine aber dennoch hilfreiche Antwort auf Deine Fragen zu geben.

biblatexs Literaturverzeichnisstile bestehen aus einem driver pro Typ, der im Allgemeinen aus sogenannten bibliography macros (bibmacros) zusammengesetzt sind. Bibmacros können selbst auf andere bibmacros verweisen und bestehen letztendlich aus \print...-Befehlen, die Feldinhalte oder Text ausgaben, und \setunit- oder \newunit-Befehlen für die Zeichensetzung. Z.B. der Driver for @article in standard.bbx, Z. 26-62 und das bibmacro journal+issuetitle in Z. 748-761

Stile für Zitate funktionieren analog, nur dass dort statt der driver Zitierbefehle mit \DeclareCiteCommand definiert werden. Z.B. authoryear.cbx, Z. 77-82, die bibmacros funktionieren dann genauso wie in den .bbx-Dateien: authoryear.cbx, Z. 10-18.

Die Formatierung der Ausgabe von mit \print... gedruckten Feldern kann mit speziellen Macros \DeclareFieldFormat etc. angepasst werden: biblatex.def, Z. 524-530.

Das ist natürlich nur ein grober Überblick, in vielen Situationen gibt es noch weitere Einstellungsmöglichkeiten.

Es kann also sein, dass Du je nach Änderungswunsch nur eine Zeile in Deine Präambel aufnehmen musst (z.B. \DeclareFieldFormat*{title}{#1}), dass Du ein bestimmtes bibmacro umdefinieren musst oder dass Du den ganzen driver umschreiben musst. Um herauszufinden, was Du tun musst, musst Du den Definitionen in den drivern und \DeclareCiteCommand folgen. Einen netten Überblick über einfachere Dinge findet sich bei https://tex.stackexchange.com/q/12806/35864 und zum Teil auch in den weiterführenden Kapiteln von https://github.com/PaulStanley/biblatex-tutorial/releases Eventuell sind für Dich auch Dominik Waßenhovens Artikel in der TeXnischen Komödie interessant: http://www.dante.de/DTK/Ausgaben/2008-2.pdf (S. 53-75) und http://www.dante.de/DTK/Ausgaben/2008-4.pdf (S. 31-51). Man beachte aber, dass die Artikel inzwischen zehn Jahre alt sind, einige Dinge haben sich geändert, bei Detailfragen und konkreten Tricks sind die Artikel womöglich etwas überholt, die generelle Herangehensweise ist dort aber gut erklärt.

Zum Unterdrücken gewisser Felder in den Zitaten gibt es andere Ad-hoc-Tricks: https://tex.stackexchange.com/q/24863/35864

Das Hinzufügen von ganz neuen Feldern ist in https://tex.stackexchange.com/q/163303/35864 erklärt.

Zuletzt meine Standardwarnung: Das Anpassen von stark spezialisierten und auf bestimmte Vorgaben ausgerichteten Stilen wie biblatex-apa, biblatex-chicago aber auch oscola ist im Allgemeinen wesentlich schwieriger als das Anpassen der biblatex-Standardstile. Die spezialisierten Stile müssen bisweilen mit sehr komplexen Codekonstruktionen aufwarten, um die Vorgaben zu erfüllen. Dabei müssen die Autoren bisweilen in Kauf nehmen, dass der Code weniger Anpassungsmöglichkeiten für Nutzer bietet oder Anpassungen wesentlich umständlicher werden. Die Standardstile hingegen wurden durchaus mit dem Gedanken im Hinterkopf geschrieben, dass sie leicht anpassbar sein sollen.

OSCOLA ist ein Stil für juristische Zitate und Literaturverzeichnisse im Vereinigte Königreich (und ähnlich vielleicht auch in einigen anderen Commonwealth-Staaten). Wenn Du nicht in einem sehr verwandten Themengebiet unterwegs bist, würde ich Dir sehr zu einem anderen Stil als Grundlage raten.

framework2k10
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     Beitrag Verfasst am: 09.12.2018, 09:54     Titel:
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Danke. Das klingt nach Hausaufgaben für mich. Ich werde mich mal versuchen. Naja ich schreibe eine englischsprachige Arbeit mit vielen juristischen Quellen. Da schien mir OSCOLA schon sinnvoll. Außerdem muss ich mich dann nicht drum kümmern, biblatex so anzupassen, dass es oscola konform ist. Denke der teil könnte größer sein, als meine paar minimalen anpassungen.
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     Beitrag Verfasst am: 09.12.2018, 10:17     Titel:
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Mein Link zur DTK 2008/04 war falsch, der richtige ist https://www.dante.de/DTK/Ausgaben/dtk08-4.pdf

Wenn Du OSCOLA folgen möchtest, dann solltest Du natürlich oscola nutzen. Dann stellt sich aber die Frage, wieso überhaupt etwas verändert werden soll. Wenn der Stil nicht OSCOLA-Konform ist, dann solltest Du das dem Autor melden: https://github.com/PaulStanley/oscola-biblatex/issues Kleine Anpassungen müssen durchaus nicht kompliziert sein. Leider ist es nur im Voraus nicht immer erkennbar, ob es sich wirklich um eine kleine Anpassung handelt, oder nur um eine, von der man denkt, sie sollte klein sein (und gerade da kann man sich bei so komplexen Stilen wie oscola sehr leicht irren).

Soweit ich das erkennen kann, ist oscola was juristische Entscheidungen und Gesetze angeht aber vor allem auf das Vereinigte Königreich und einige Commonwealth-Staaten sowie die USA beschränkt. Wenn Du also deutsche Gesetze oder Urteile zitieren möchtest, dann muss da unter Umständen noch einiges getan werden.

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     Beitrag Verfasst am: 21.01.2019, 13:08     Titel:
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Seit heute ist übrigens die neue Version von oscola auf CTAN es ist davon auszugehen, dass es bis morgen in TeX Live 2018 und in einigen Tagen auch in MiKTeX per Paketmanager/Console als Update verfügbar sein wird

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