Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

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Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von cabohah » Fr 20. Mär 2026, 10:00

Achso: Falls das Windows 7 eine 32-Bit-Version ist, sei auf https://www.tug.org/texlive/windows.html#w64 hingewiesen.

Abschlusshinweis: Ich selbst befasse mich aber nicht mehr mit so alten Windows-Versionen, weil ich mit einem Rechner ohne Internetzugang nichts anfangen kann und mir ein Windows ohne Security-Updates aber mit Internet-Zugang persönlich zu fahrlässig erscheint. Daher bitte ich um Verständnis, dass ich mehr als obiges an der Stelle leider nicht beitragen kann.

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von cabohah » Fr 20. Mär 2026, 09:43

KOMA-Script ist bei allen MiKTeX-Versionen "dabei". Das Problem ist eher, dass man bei MiKTeX in der Regel nur ein Basissystem installiert und Pakete wie KOMA-Script dann on-the-fly nachinstalliert werden. Dabei wird natürlich, die dann im MiKTeX-Repository verfügbare Version installiert. Diese passt aber nicht zwingend zu dem einst installierten LaTeX-Kernel. Deshalb wurde ja schon oben erwähnt: Wenn es nach der Installation eines Pakets Probleme gibt, ist ggf. ein Update von MiKTeX sowohl als Administrator (wird von der MiKTeX-Console ausdrücklich angeboten) als auch als Benutzer angesagt, also letztlich zwei Update-Durchgänge.

Bei einem aktuellen MiKTeX ist also auch ein aktuelles KOMA-Script 3.49.2 verfügbar. Das passt auch zu dem aktuellen MiKTeX, wenn man hat bei MiKTeX alle Updates installiert hat. Da das Basissystem von den meisten Benutzern für alle und damit im Administrator-Modus installiert ist, bedeutet "alle Updates" eben ein Update im Administrator-Modus und im User-Modus. Anderenfalls hat man nämlich ggf. einen alten LaTeX-Kernel, aber ein neues KOMA-Script. Das passt dann nicht. Deshalb liest man auch oft den Unsinn, dass man MiKTeX deinstallieren und neu installieren soll. Das ist aber Unfug. Richtig ist: Update korrekt durchführen!

Natürlich musst du dann die oben erwähnten Anpassungen deines Dokuments noch vornehmen. Beispielsweise ist scrpage2 schon lange veraltet und auch nicht mehr Teil von KOMA-Script. In der Regel genügt es aber als erster Schritt, stattdessen scrlayer-scrpage zu laden (weitere Anpassungen sind sinnvoll, aber nicht zwingend und werden in der log-Datei per Warnung explizit erklärt). Siehe auch https://sourceforge.net/p/koma-script/wiki-de/Error_scrpage2/. Ebenso gibt es das experimentelle Paket tocstyle schon lange nicht mehr. Das wurde durch neue Möglichkeiten mit Hilfe von tocbasic ersetzt. Erster Schritt wäre hier, einfach das Paket und seine Befehle rauszunehmen, damit das Dokument wieder durchläuft. Wenn dann etwas angepasst werden muss, in der Anleitung nachschauen, wie man das macht. Ggf. im KOMA-Script-Wiki schauen und "schlimmstenfalls" in einem guten LaTeX-Forum eine Frage mit passendem Minimalbeispiel stellen.

Warum hier immer wieder TeX Live (das sowohl unter Linux, Windows, Mac OSX sehr gut funktioniert) genannt wird:
Bei TeX Live installiert man hingegen normalerweise ein vollständiges System mit allen Paketen. Braucht zwar etwas mehr Zeit und reichlich Platz (bei mir sind das ca. 7 GB), dafür hat man dann erst einmal ein normalerweise konsistentes System. Man braucht dann nur noch Updates bei Bedarf, bei denen man am besten auch nicht einzelne Pakete erneuert, sondern immer das Ganze. Das geht dort mit einem einzigen Aufruf. Nerds wie ich, machen Updates alle paar Tage. Normalanwender alle paar Wochen bis Monate oder installieren ggf. auch nur einmal im Jahr die neuste Ausgabe.

Bei TeX Live ist dank der Historic-Repositories (siehe Link oben, wie man so eine historische Version installiert) sehr viel einfacher, eine konsistente alte Version zu installieren. Und durch passendes Setzen der Environment-Variable PATH kann man auch mehrere alte Versionen parallel installiert haben und das für ein altes Dokument passende auswählen.

Früher fand ich die Methode von MiKTeX, bei der nur das installiert ist, was man braucht, einfach genial. Seit aber zweimal im Jahr ein neuer LaTeX-Kernel und mehrmals im Jahr ein neuer L3-Layer (wird inzwischen in den LaTeX-Kernel eingebunden) erscheint und immer mehr Pakete dann den neusten LaTeX-Kernel und auch den neusten L3-Layer benötigen, endet das leicht in Versionskonflikten. Seither finde ich gerade für Leute, die nicht so tief in der Materie stecken, TeX Live einfacher zu beherrschen. Ggf. sind auch Paketupdates für TeX Live meist sehr viel rascher verfügbar.

Dein Problem ist übrigens nicht KOMA-Script spezifisch. Dasselbe hätte dir mit anderen Paketen passieren können, die in aktueller Version einen neueren LaTeX-Kernel benötigen.

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von haraldweisz » Do 19. Mär 2026, 18:25

Hallo cabohah,

danke fuer den Link, der ist seeeehr interessant. Ich glaubqwqertze damit komme ich der Sache weiter.
Aber dazu noch eine Frage: welches war die letzte MikTeX Version bei der Koma noch dabei war?
Auf jeden Fall DANKE. Ich werde berichten. (Das wird zwar noch etwas dauern, weil ich ein FEM-Projekt zu erledigen habe)

Lieber qwertzuiop,

Mint habe ich auf einigen sticks, die ich immer mitschleppe und bei Notfaellen verwende. Aber die Idee unter Win 7 eine virtuelle Umgebung zu schaffen und Mint zu verwenden klingt gut. Vor Mint hatte ich Slax fuer Notfaelle. Das werde ich auch verfolgen - ich steh halt auf Win 7.

Lieber Stefan

Ja, klar. Aber ich moechte hier nicht die Diskussion fuer/gegen Win 7 eroeffnen, weil das den Rahmen sprengen wuerde und hier auch nicht der richtige Ort dafuer ist. Uebrigens habe ich noch einen NT-Rechner mit CAD, FEM, und anderen Programmen aus den 90gern, mit Dongels - und laeuft. Muss nur gelegentlich die mechanischen Komponenten autauschen. Das ist aber eine andere Geschichte.
Ich moechte mich bei Euch allen bedanken und bleibt wie Ihr seid.

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von Stefan Kottwitz » Di 17. Mär 2026, 16:35

Ich befürworte natürlich Linux. Nur um genau zu sein: TeX Live 2026 läuft direkt unter Windows auch ohne Linux.

Stefan

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von qwertzuiop » Di 17. Mär 2026, 16:25

Vorschlag: Auf dem alten Windows-7-Rechner ein Linuxsystem (z.B. Linux Mint xfce) parallel installieren bzw. Windows 7 als "virtuelle Maschine" in Linux einbetten - das hält auch Viren fern - und TeXlive entweder aus den Paketquellen oder das aktuelle 2026 von CTAN runterladen. TeXstudio dazu, fertig.

(Ich habe vor sechs Jahren von Windows 7 auf Linux Mint gewechselt, weil ich mit Windows 10 nicht warm wurde, und bin mit TeXlive sehr zufrieden. Ich konnte auch alte Dokumentvorlagen mit wennigen Anpassungen quasi identisch kompilieren.)

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von cabohah » Di 17. Mär 2026, 14:34

Historisches MiKTeX funktioniert AFAIK nicht wirklich, weil man bei MiKTeX ein Basissystem installiert und dann die Pakete womöglich doch wieder aus dem aktuellen Repository installiert werden. Bei dir scheint das jedenfalls der Fall zu sein. Dagegen ist bei einem historischen TeX Live auch das dazu passende historische KOMA-Script enthalten. Da muss mal also nichts extra zusammen suchen.

Historische KOMA-Script-Versionen gibt es zwar bei https://sourceforge.net/projects/koma-script/files/, aber es bringt ja nichts, wenn man eine Version installiert, die dann womöglich wieder nicht zum verwendeten LaTeX oder den restlichen Paketen passt.

Aber wie bereits mehrfach erwähnt: Besser ist in jedem Fall, eine aktuelle TeX-Distribution mit dem darin verfügbaren aktuellen KOMA-Script zu verwenden und den Code des eigenen Dokuments dann auf den aktuellen Stand zu bringen. Langfristig wirst du irgendwann mit einem aktuellen Paketen XY arbeiten wollen, das nach einem aktuellen LaTeX schreit und kommst dann ohnehin um ein Update nicht herum. Also warum nicht die Gelegenheit nutzen und die Umstellung jetzt durchführen.

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von haraldweisz » Mo 16. Mär 2026, 20:14

Das Bild:
KOMAScript_packages_v3_20.jpg

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von haraldweisz » Mo 16. Mär 2026, 20:07

Lieber cabohah,

danke für Deine Tips. Die sind mir eigentlich klar.
Aber weil ich eben kein Spezialist für Installationsprobleme von Software bin, ich bin nur ein einfacher Maschinenbauer, versuche ich nach meiner Logik - die nicht unbedingt stimmen muß - die Probleme der Reihe abzuarbeiten.
Der erste Fehler ist, wie gesagt:
LaTeX Warning: You have requested release `2022/06/01' of LaTeX,
but only release `2018-04-01' is available.

Nun, ich habe die Version v3.20 von KOMAScript gefunden, aber siehe da
[img]
E:\WE_TEXs_ab_20130816\20250528_Maccon_Lager_II\TEST\KOMAScript_packages_v3_20.jpg
[/img]
Wie Du schon sagtest: es ist nicht trivial.
Also schließe ich, dass es eine KOMAScript-Version gibt(nicht die v3.20), die mit MiKTeX 2.9.6840 64-bit spricht .
Kannst Du mir vielleicht den Ort nennen, wo ich ältere KOMAScript-Versionen finde? Das wäre echt toll.
saputello hat mir die https://www.tug.org/historic/ genannt, da habe ich einige interessante MiKTeX-Versionen gefunden. Dafür bin ich dankbar.

Nochmal vielen Dank und einen schönen Abend
Harald

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von cabohah » Mo 16. Mär 2026, 09:10

Es genügt nicht, irgendwas irgendwo zu finden und irgendwo hinzulegen. Man muss auch dafür sorgen, dass es
  • von LaTeX gefunden wird,
  • zum installierten LaTeX passt,
  • zu anderen installierten LaTeX-Paketen (beginnend mit dem verwendeten l3kernel bis hin zu allerlei third-party-Paketen) passt.
Das ist alles nicht so trivial und bei Verwendung von MiKTeX erst recht nicht. Wenn man etwas "als TEXMF-Baum" ablegt, muss der TEXMF-Baum beispielsweise auch wirklich korrekt gebaut sein. Wenn es ein neuer TEXMF-Baum ist, muss man ihn über die MiKTeX-Console anmelden. Ggf. muss man die Filename Database über die MiKTeX-Console aktualisieren.

Es ist für Laien daher oft einfacher, entweder einen eingefrorenen veralteten Stand einer vollständigen Installation zu verwenden oder aber alles zu aktualisieren und dabei auftretende Probleme zu lösen. Auf lange Sicht ist ohnehin nur letzteres sinnvoll.

Und um wirklich helfen zu können, werden natürlich mehr Informationen benötigt. Die Warnung deutet jedenfalls darauf hin, dass irgend ein Paket eine neuere LaTeX-Version benötigt, als von dir verwendet. In der log-Datei findest du übrigens die Pfadangaben zu den verwendeten Paketdateien. So kannst du kontrollieren, ob das die Orte sind, an denen du Dinge installiert hast.

Re: Versionsabhaengigkeit zwischen MiKTeX und KOMAScript

von haraldweisz » Sa 14. Mär 2026, 20:09

Hallo Stefan,

danke für Deine Vorschläge, ich habe sie alle ausgeführt.
Doch leider erhalte die gleichen/identischen Meldungen.

Hallo saputello,

die beiden Seiten sind in der Tat sehr interessant - ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren. Obwohl ich mit der Kosole nicht so fit bin werde ich mir Mühe geben. Ich hab' ja früher auch schon mal C++ Code geschrieben und auch Fortran und natürlich Basic und Pascal. Aber das ist schon eine Zeit her.
Ich werde wahrscheinlich nicht drumrum kommen.

Es ist aber offensichtlich dass mein KOMAScript v3.49.2 nicht mit MiKTeX 2.9.6840 spricht. Wie gesagt, ich habe gelesen dass die Version v3.20 das tun soll. Allerding hab' ich was gefunden und in die repository gelegt, als TEXMF-Baum(?). Aber ich bekomme immer noch die Meldung:
LaTeX Warning: You have requested release `2022/06/01' of LaTeX,
but only release `2018-04-01' is available.
Auch die Bücher von Markus Kohm und Herbert Voß haben mich nicht weitergebracht - obwohl ich mit denen sehr gut im Satz zurechtkomme.

Trotzdem vielen Dank für Eure Mühe.
Schönen Abend noch
Harald

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