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Absolvent1995
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Beiträge: 3
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     Beitrag Verfasst am: 21.12.2019, 13:11     Titel: Passende Dokumentenklasse wählen
  Antworten mit Zitat      
Guten Tag,

ich verwende Latex erst seit kurzem, möchte dieses aber trotzdem dazu verwenden um meine Wissenschaftliche Bachelorarbeit (ca. 50 Seiten) zu verfassen.

Ich habe mir zwei Vorlagen aus dem I-net ausgesucht, die ich sehr ansprechend finde und würde gerne von euch Wissen um welche Dokumentklasse es sich handelt, wenn es möglich ist:

- Vorlage 1
https://www.math.leidenuniv.nl/scripties/BSC-Zeegers.pdf

- Vorlage 2
[url] http://www.iue.tuwien.ac.at/uploads.....it_Marie_ERTL_09-2016.pdf [/url]

Ich würde mir dann die Anleitung durchlesen und versuchen, einen ähnlichen Aufbau zu erstellen.

Grüße
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MoeWe
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Beiträge: 129
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     Beitrag Verfasst am: 22.12.2019, 14:22     Titel:
  Antworten mit Zitat      
Da LaTeX sehr flexibel ist, kann man mit genug Arbeit (und eventuell Masochismus) aus so ziemlich jeder Basis fast alles basteln. Es ist daher schwer zu sagen, wie genau die Beispielarbeiten erstellt wurden.

Auf das Wort "Vorlage" reagiert man als Helfer auch nicht unbedingt mit Begeisterungsstürmen, wenn man sich einige Zeit in Foren wie diesem hier rumgetrieben hat. Zu oft ist Code in auf irgendwelchen Seiten im Internet verfügbaren oder von Generation zu Generation am Institut weitergegebenen und veränderten Vorlagen veraltet, zu komplex oder - im schlimmsten Fall - schlichtweg falsch. Ich rate daher dringend dazu, nicht mit einer Vorlage (woher auch immer sie kommt) anzufangen, wenn es nicht einen klaren externen Zwang dazu gibt (so etwas der Art "meine Professorin lässt mich durchfallen, wenn ich nicht ihre Vorlage nutze"). Ein oft verlinkter Beitrag dazu ist https://komascript.de/latexvorlage

Es ist meist besser, ganz klein mit einer der Standardklassen, der KOMA-Script-Klassen oder memoir anzufangen und das dann dem eigenen Geschmack und eventuellen Vorgaben anzupassen.

Bei den Standardklassen musst Du Dich zwischen article, report und book entscheiden. article ist für kürzere Artikel gedacht und hat keine echten Kapitel (es gibt kein \chapter-Befehl). Unterschiede zwischen report und book, die für längere Texte gedacht sind, sind neben den leicht anpassbaren Voreinstellungen einiger Optionen (report hat oneside, openany für einseitigen Druck, book stattdessen twoside, openright für zweiseitigen Druck) und der Kopfzeile (\pagestyle{plain} oder \pagestyle{headings}) nur in Details zu finden (report hat eine eingebaute abstract-Umgebung, book dafür Schalter für \frontmatter, \mainmatter, \backmatter). Mehr Details findest Du bei https://tex.stackexchange.com/q/36988/35864 Deine Beispiele sehen von der Art nach report oder book im einseitigen Druck aus (also Tendenz eher zu report).

Gerade im deutschsprachigen Raum sind die KOMA-Script-Klassen (scrartcl, scrreprt, scrbook als Äquivalent für die drei Standardklassen) sehr beliebt (es ist aber keineswegs so, dass sie nur für deutschen Schriftsatz geeignet wären, wie manchmal angedeutet wird; sie sind aber von deutscher Tradition beeinflusst), sie bieten gegenüber den Standardklassen diverse nützliche zusätzliche Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten. Auch memoir bietet einiges mehr als die Standardklassen. Siehe z.B. https://tex.stackexchange.com/q/7742/35864 und https://tex.stackexchange.com/q/73141/35864

Ansonsten fällt mir in den Dokumenten auf, dass sie Absätze mit Absatzabständen statt Einrückungen kennzeichnen. Wie das am besten geht, steht bei https://tex.stackexchange.com/q/42/35864 (man beachte, dass bei den KOMA-Script-Klassen die Option parksip die beste Wahl ist, wohingegen man bei den Standardklassen das Paket parskip lädt). An der Stelle sein angemerkt, dass die Ertl-Arbeit anscheinen manchmal \\ nutzt, um innerhalb von Absätzen noch einen Zeilenumbruch zu erzwingen. Das ist absolut unüblich (schau mal in ein paar Büchern nach, ob Du innerhalb von Absätzen manuelle Zeilenumbrüche findest) und keine gute Idee. Man sollte \\ eigentlich nur in Tabellen oder abgesetzten Matheumgebungen nutzen. Ein neuer Absatz wird durch eine Leerzeile oder \par erzeugt, innerhalb einen Absatzes werden manuell keine neuen Zeilen erzwungen.

Ferner haben scheinen die Kopfzeilen mit einem Paket angepasst worden zu sein. Bei den KOMA-Script-Klassen nimmt man dazu am besten scrlayer-scrpage, bei den Standardklassen kann man sich zwischen scrlayer-scrpage und fancyhdr entscheiden.
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